kurz mal umgebracht

Kein Wir – in Arbeit

Mit großen, glänzenden Augen siehst du mich an. Kannst den Blick nicht von mir nehmen. Eine Träne des Abschieds rollt über deine Wange, als du merkst, dass es ab hier keine Zukunft mehr gibt.

Es ist nicht lange her, dass wir uns trafen. Vor drei Wochen sah ich dich zum ersten Mal. Du hast an deinem Kofferraum gestanden und deinen Einkauf in diverse Tüten geworfen. Ständig sind dir Sachen aus den Tüten wieder rausgefallen. Deine Stimmung wurde genervter und geladener. Eine Dose Tomaten fiel aus deiner Hand und rollte auf den Parkplatz. Ich hob sie auf und gab sie dir. Du hast mich angesehen. Mit diesen wunderschönen schokoladenbraunen Augen umringt von dichten, dunklen Wimpern. Dankbar und mit einem bezaubernden Lächeln hast du mir die Dose aus der Hand genommen. Deine Finger berührten meine Hand nur kurz und doch war es wie ein elektrischer Schlag, der meinen ganzen Köper durchzog. Und ich wusste, du bist der Eine. Hektisch hast du den restlichen Einkauf verstaut und ich ließ dich wieder allein. Zu schüchtern war ich, um dich wirklich ansprechen zu können. Zu laut pochte mein Herz, als dass ich überhaupt eine Antwort von dir hätte hören können. Langsamen Schrittes ging ich weiter. Mit dem Wissen im Hinterkopf, dich hier wiedersehen zu können.

[…]

Schweiß sammelt sich auf deiner erhitzten Stirn. Ein einzelner Tropfen rollt langsam deine rechte Schläfe runter. Es muss ein unangenehmes Gefühl sein, ihn nicht mit deiner Hand wegwischen zu können. Doch du spürst es vermutlich nicht einmal. Zu sehr bist du damit beschäftigt Luft in deine Lungen zu pumpen.

Knieend und mit schmerzerfülltem Blick schaust du zu mir auf. „Ja, Herrin.“, bringst du gequält heraus. Und mit einem lauten Knall landet der Gürtel auf deinem Rücken. Schreien kannst du schon kaum noch, so sehr wurden deiner Stimmbänder in den letzten Tagen gereizt. Ich schaue zu, wie langsam Blut aus einer wieder aufgeplatzten Wunde quillt. Dein schöner, muskulöser Rücken ist entstellt durch unzählige rote Streifen. Wie auf deiner Stirn sammeln sich immer mehr Tropfen, Von der Schwerkraft angezogen suchen sie sich ihren Weg nach unten. Das Rot des Bluts passt perfekt zu dem Braun deiner vielen Leberflecken.

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